Was ist neu in 2013? – Änderungen bei Versicherungen, Steuern und Buchhaltung

Weihnachten ist nicht mehr fern und der Jahreswechsel ebenso wenig. Bevor Sie sich jedoch in die wohlverdienten Feiertage verabschieden, möchte ich Sie heute noch über die wichtigsten Änderungen bei Versicherungen, Steuern und Buchhaltung informieren, die mit dem Jahreswechsel wirksam werden.

Was ist neu in 2013? Das zeige ich Ihnen im Folgenden.

Neu in 2013: Änderungen für Freiberufler und Selbständige

Alle Jahre wieder kommen Regeländerungen auf uns nieder. Für kleine und große, für Angestellte und Selbständige haben Gesetzgeber, Ämter und öffentliche Institutionen auch zum Jahreswechsel 2012/2013 allerlei Geschenke wie Ruten mitgebracht.

Mehr als in einen einzigen Artikel passen würden. Deshalb möchte ich mich nur auf die wichtigsten Änderungen für Existenzgründer, Freiberufler und Selbständige konzentrieren.

Auch davon gibt es mehr als genug. ;-)

Rechnungsstellung und Grundfreibetrag

Neu sind in 2013 beispielsweise einige Abwandlungen bei der Rechnungserstellung, die im Rahmen des Jahressteuergesetzes auf uns zukommen.

So müssen Gutschriften ab dem 1. Januar die Angabe “Gutschrift” enthalten.  Gleichermaßen ändern sich die Fristen für Rechnungen über innergemeinschaftliche Leistungen.

Steuerpflichtige können sich über eine geplante Anhebung des steuerfreien Grundfreibetrags um 126 Euro auf 8.130 Euro beziehungsweise den doppelten Betrag für Verheiratete freuen.

Für Einkommen über dem Grundfreibetrag soll desweiteren der Tarifverlauf abgesenkt werden, sodass bei gleichem Einkommen weniger Steuern fällig würden.

Einzelne Branchen haben noch ein paar weitere Änderungen zu beachten. Weitere Informationen finden Sie zum Beispiel hier und hier.

Mehr Geld für Minijobber

Neu in 2013 ist auch, dass Minijobber statt 400 Euro nunmehr 450 Euro verdienen können, ohne Steuern zahlen zu müssen.

Im Zuge der Anhebung der Verdienstgrenze wird zugleich eine automatische Rentenversicherungspflicht eingeführt die jederzeit gilt, sofern keine Befreiung beantragt wird.

Während Arbeitgeber weiterhin 15 Prozent in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen haben, müssen Minijobber dann zusätzlich 3,9 Prozent des Arbeitsentgelts abtreten.

Abzug von Versicherungsbeiträgen

Von 20.000 Euro auf 24.000 Euro angehoben werden, soll der Höchstbetrag für Versicherungsbeiträge, die der Altersvorsorge dienen.

Neu in 2013 ist dann wohl auch die Aufnahme in den Katalog der Altersvorsorgeaufwendungen von Erwerbsunfähigkeits- und Risikolebensversicherung.

Unisex-Tarife bei Versicherungen

Schon ab morgen und nicht erst neu in 2013 ist die Umstellung der Versicherungstarife.

Dem Grundsatz der Gleiberechtigung folgend gelten dann für Altersvorsorge-, Berufsunfähigkeit-, Unfall-, Kranken-, Risikolebens-, Pflege- und Kfz-Versicherung die sogenannten Unisex-Tarife.

Das kommt für den einen oder anderen einem Weltuntergang gleich. ;-) In jedem Fall hat die geschlechtsunabhängige Berechnung der Versicherungsprämien vielfältige Auswirkungen – je nach Geschlecht und Versicherungsart.

So müssen Frauen etwa bei der Lebensversicherung und Männer bei der Rentenversicherung mehr zahlen als es bislang der Fall war.

Sinkende Beiträge zur Rentenversicherung

Gesetzlich Pflegeversicherte erhalten im Zuge der Pflegereform mehr Geld. Neu in 2013 ist damit eine Zulage von 60 Euro pro Jahr, die unabhängig von der Höhe des Einkommens gezahlt wird.

Allerdings nur, wenn Sie eine freiwillige Pflegeversicherung abschließen. Der Mindestbeitrag liegt hier bei 120 Euro.

Ein weiterer Wermutstropfen: Zur Finanzierung der Pflegereform werden die Beitragssätze von 1,95 auf 2,05 Prozent erhöht. Für kinderlose Steuerzahler steigt der Beitrag auf 2,3 Prozent.

Sinkende Beitragssätze verzeichnet hingegen die Rentenversicherung. Neu in 2013 ist dann ein Wert von 18,9 Prozent.

Bei den Krankenkassen bleibt für den Arbeitnehmer alles beim alten, also 8,2 Prozent. Für die Arbeitslosenversicherung gelten weiterhin 1,5 Prozent.

Vereinfachung beim Elterngeld

Künftige Eltern profitieren von einer Vereinfachung bei der Elterngeld-Berechung.

Neu in 2013 ist, dass die Gewinneinkünfte anhand des letzten Steuerbescheides vor der Geburt des Kindes berechnet wird.

In der Phase des Elterngeld-Bezuges wird der Gewinn zwar weiterhin auf Basis von Einnahmen- und Überschuss-Rechnungen ermittelt, doch nun gibt es einen Pauschalabzug von 25 Prozent für Betriebsausgaben.

Altersvorsorge für Selbstständige

Wenig überraschende, aber nichtsdestotrotz erfreuliche Nachrichten gibt es von der Basis-Rente, vielen besser bekannt als Rürup-Rente.

Selbige wird für Selbstständige und Freiberufler noch ein Stückchen attraktiver. Denn der Anteil der gezahlten Beiträge, den Sparer steuerlich geltend machen können, steigt auf 76 Prozent.

Und das ist nicht neu in 2013: Einzahlungen von mehr als 20.000 Euro beziehungsweise 40.000 Euro für Ehepartner sind nicht drin. :-)

Reform der Rundfunkbeiträge

Von der Reform des Rundfunkbeitrages hat wohl schon jeder gehört.  Neu in 2013 ist dann die Erhebung pro Wohnung beziehungsweise Betriebsstätte und nicht mehr je Gerät.

Selbständige, die ein Büro außerhalb der Wohnung haben, müssen dann bei bis zu 8 Mitarbeitern 5,99 Euro pro Monat zusätzlich zu den GEZ-Abgaben des Privathaushalts abführen.

Ein Fahrzeug je Betriebsstätte ist frei. Darüber hinaus fallen wiederum 5,99 Euro pro Monat je Fahrzeug an. Wer im Heimbüro arbeitet, hat allerdings keine Gebührenfreiheit für das erste Firmenauto.